GENRE: PROGRESSIVE METAL

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Zum ersten Mal beim Reload, aber schon lange kein Geheimtipp mehr: NOTHING MORE aus Texas bringen einen Sound auf die Bühne, der zwischen Alternative Metal, Progressive Rock und postmodernen Abrissbirnen pendelt – immer unvorhersehbar und mit voller Wucht.

Frontmann Jonny Hawkins steht bei dieser Band buchstäblich im Zentrum – barfuß, durchtrainiert, wild. Statt klassischer Rock-Pose erwartet euch eine Performance, die eher an ein kathartisches Ritual erinnert als an eine Metalshow. Dabei immer im Gepäck: das selbstgebaute Monster-Instrument Scorpion Tail, mit dem Hawkins Synth-Parts live triggert, steuert, zerstört.

Musikalisch sind NOTHING MORE kaum einzuordnen – und genau das macht sie so spannend. Harte Riffs, vertrackte Grooves, hymnische Refrains und Texte, die sich mit psychischen Abgründen, Gesellschaft und Identität auseinandersetzen, treffen hier auf handwerkliches Können und echte Bühnenbesessenheit. Songs wie This Is The Time (Ballast) oder Go to War zeigen, was passiert, wenn musikalischer Anspruch auf rohe Energie trifft.

Seit ihrem selbstbetitelten Album 2014 sind NOTHING MORE aus der US-Metal-Avantgarde nicht mehr wegzudenken. Drei Grammy-Nominierungen später ist klar: Diese Band hat mehr zu sagen als viele andere – und sie tut es laut, intensiv und absolut mitreißend.

Wer sich beim Reload auch mal aus der klassischen Genre-Komfortzone schleudern lassen will, sollte sich das nicht entgehen lassen.

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